Warum entstand der Weltfrauentag?

1910 entschloss sich die Sozialistische Internationale der Frauen in Kopenhagen dazu, einen Aktionstag ins Leben zu rufen, an dem Frauen für mehr Rechte kämpfen sollten.

Bereits im kommenden Jahr feierten Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz den Tag und forderten unter anderem das Frauenwahlrecht. Dass dieses 1918 in Deutschland eingeführt wurde, war ein erster Erfolg. (Wikipedia)

Verbot und Rückkehr des Weltfrauentages

Während des ersten Weltkrieges sowie der NS-Diktatur verbot man den „sozialistischen“ Feiertag, da er ein nicht gewolltes Frauenbild propagiert hätte. Nach dem Krieg verlor der Tag in Westdeutschland weiter an Bedeutung, während er in Ostdeutschland zum Tag wurde, an dem Kinder ihren Müttern Gebasteltes oder Blumen schenkten. 1977 baten die Vereinten Nationen alle Staaten darum, einen Tag den Rechten der Frau und dem Weltfrieden zu widmen. (Wikipedia)

Wo stehen wir heute in Deutschland – alles gerecht?

Der Weltfrauentag entstand für eine rechtliche und soziale Gleichstellung von Frau und Mann. Sind wir dort angekommen? Eher nein. Man denke nur daran, dass das Gesetz, das Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe stellte, erst 1997 in Deutschland eingeführt wurde.

Auch beim Thema Equal Pay gibt es noch Aufholbedarf. Im vergangenen Jahr bekamen Frauen rund 20 Prozent weniger Lohn als Männer. Während Männer durchschnittlich 21 € brutto die Stunde verdienten, kamen Frauen auf keine 17 €. Das läge beispielsweise daran, dass Frauen oft in schlechter bezahlten Jobs arbeiten würden und seltener in Führungspositionen zu finden seien. (Quelle: Zeit, 2018)

Welche Länder feiern den internationalen Frauentag?

(Bild: Slava Bowman, Unsplash)

In diesen Ländern ist der Frauentag ein offizieller Feiertag:

  • Angola, Armenien, Aserbaidschan, Berlin (zum ersten Mal), Burkina Faso, Eritrea, Georgien, Guinea-Bissau, Kasachstan, Kambodscha, Kirgisistan, Kuba, Laos, Madagaskar, Moldau, Mongolei, Nordkorea, Nepal, Russland, Sambia, Tadschikistan, Turkmenistan, Uganda, in der Ukraine, Usbekistan, Vietnam und Weißrussland
  • halbtags frei für Frauen: VR China
  • Kurdistan feiert den „Tag des traditionellen kurdischen Kleides“ als Alternative zum Frauentag. (Wikipedia)

Kritik am Frauentag

Schauen wir uns die Liste der Länder mit dem Frauentag als Feiertag an, ahnen wir schnell, dass nicht in all diesen Ländern rechtliche Gleichstellung herrscht. Die Frage ergibt sich also, ob der Frauentag in manchen Ländern „Brot-und-Spiele“-Charakter hat.

Auch Alice Schwarzer sieht den Frauentag kritisch. Der Tag sei eine „sozialistische Erfindung“ und in realsozialistischen Staaten sei die Führungsebene frauenfrei gewesen. Diesen Tag nun zu übernehmen, sah sie 2010 als „blanken Hohn“. (Focus, 2010)

Und nun?

Der Frauentag kann also kontrovers diskutiert werden. Wir bei farbenmeer nehmen ihn als Chance, uns für geschlechtliche Gleichstellung einzusetzen. Darüber hinaus treten wir für gleiche Entlohnung ein und leben das ganz transparent, jeden Tag.

Für uns also ein Feiertag.